Kleiner Hase unterwegs in großer Welt

Sophie ist ein kleines Hasenkind. Sie hat noch zwei Brüder und eine Schwester. Gemeinsam spielen sie jeden Tag im Garten in ihrem großen Gehege. Ihre Eltern heißen Felix und Lilli. Sie sind die besten Eltern auf der ganzen Welt. Felix hat ein helles, braunes Fell, Lilli ein dunkles, graues. Sophie hat von beiden etwas abbekommen. Zwei ihrer kleinen Füßchen sind grau, der Rest ist braun. Sie ist so glücklich, bis eines Tages etwas Unvorhergesehenes geschieht.

Tom, einer ihrer zwei Brüder, hatte eine Idee. “Lasst uns ein Loch unter den Zaun graben und schauen, wie es in der Umgebung aussieht!” Alle Hasenkinder waren sich einig, dass dies eine tolle Idee war. Munter begannen sie zu graben. Es dauerte nicht lange und sie waren unterwegs zu Nachbars Garten. Leider sahen sie zu spät, dass ihnen Lukas, ihr menschlicher Freund und Besitzer, gefolgt war. Schnell griff er nach den Geschwistern. Lotta, Bobby und Tom hatte er schon auf dem Arm, als Sophie zu laufen begann. Sie rannte so schnell sie nur konnte und blieb erst stehen, als ihr die Puste ausging.

Im Gebüsch versteckte sie sich, bis es Abend wurde. Langsam sah sie zwischen den Ästen hervor. Wo war sie nur? Alles sah so anders aus. Nach und nach merkte sie, dass sie sich verlaufen hatte. Es waren gar keine Häuser mehr zu sehen, nur Felder und Büsche. Ängstlich steckte sie ihr kleines Näschen in ihr weiches, warmes Fell und wartete so auf den nächsten Tag. Als die Sonne aufging, war Sophie gut gelaunt. Sie war sich sicher, dass sie in Kürze wieder bei Ihrer Familie sein könnte.

Auf ihrem Weg traf sie zuerst die Maus. “Weißt Du, wo mein Zuhause ist?” fragte Sophie. Doch die Maus antwortete: “Ich kenne Dich nicht! Hier wohnen keine Hasen! Möchtest Du bei mir bleiben? Ich bin auf dem Weg nach Amerika.” Sophie war begeistert. Sie hatte einen Freund und von einer Reise hatte sie auch schon immer geträumt. Gemeinsam liefen beide weiter. Plötzlich raschelte es im hohen Gras. Die Maus schrie: “Renn schnell weg. Das ist die Katze, die wird uns fressen!” Sophie rannte der Maus hinterher. Sie hatten Glück gehabt, doch schon kam das nächste Problem auf sie zu.

Große, laute, stinkende Ungeheuer fuhren an ihnen vorbei. Was war das? Sophie hatte so etwas schon einmal zuhause gesehen. Das Ungeheuer, das aber gerade neben ihr anhielt, übertraf alles. Schlimmer konnte es nicht kommen, dachte sie, und stieg in den Bus ein. Endlich im Warmen und nicht mehr selbst laufen müssen. Sophies große Reise ging weiter. So langsam gefiel dem Hasenkind das Abenteuer. Alles würde sie ihren Geschwistern und Eltern erzählen. Während diesen Gedanken schlief sie im hintersten Eck des Buses ein.

Stunden später hielt der Bus an. Sophie wurde nach vorne geschleudert. Die Tür öffnete sich und Sophie nutzte die Gelegenheit und stieg aus. “War ich hier schon einmal?” überlegte sie. Ihr Bauch knurrte. Sophie hatte großen Hunger. Was würde sie jetzt für eine Karotte geben! In diesem Moment wurde sie sanft hochgehoben. Ein kleiner Junge streichelte sie und sprach liebevolle Worte: “Wer bist Du denn? Hast Du Dich verlaufen?” “Ach, wenn er mich doch nur verstehen könnte!” dachte sich die kleine Hasendame. Der Junge nahm sie mit zu sich und gab ihr Futter und Wasser. Sophie fühlte sich unendlich wohl.

Die Wochen und Monate gingen ins Land. Längst war Sophie ausgewachsen und wurde mit einem Männchen bekannt gemacht. Der Hasenmann hieß Niko. So rief ihn zumindest der Junge. Wir verstanden uns sofort und jetzt ist Sophie selbst eine Mama. Sie ist sehr glücklich, doch immer muss sie an ihre Familie denken. Wenn sie doch sehen könnten, wie es mir geht. Zu einem lachenden Auge kam immer ein weinendes Auge dazu. Eines Tages nahm der Junge all seine Hasen mit zu einem Ausflug. Sophie war erstaunt und freute sich, dass sie auf Reisen gingen.

Was für ein Glück. Sophies größter Wunsch ging in Erfüllung. Ohne zu wissen hatte sie die ganze Zeit im selben Ort gewohnt, in dem sie auch geboren war. Der Junge war ein Freund von Lukas. Er hatte mitbekommen, dass Sophie verschwunden war und wollte ihm ein kleines Häschen schenken. Die Freude war groß und alle unendlich glückliche. Die Reise war schön, doch das Nachhause-Kommen noch tausend Mal schöner!

Carl, lass uns mal wieder tanzen gehen

Jetzt, wo wir beide zu Hause sind, hat das gemeinsame Leben einen ganz anderen Rhythmus als zuvor. Die Jahre vergingen wie im Flug: Kinder, Arbeit, Hobbys und Reisen haben Carl und mir ein abwechslungsreiches Leben beschert. Sicher, da waren auch immer mal wieder Zeiten der Unzufriedenheit, des Zweifels oder der Trauer, aber so ist das Leben und man sollte seinen Optimismus nie verlieren.

Als unser erstes Enkelkind geboren wurde, hat sich doch auch unser Leben noch einmal geändert. Und ich glaube, wir beide sind noch nicht zu alt, um uns innerhalb unserer Freizeitgestaltung nochmals neu zu orientieren. So habe ich vor ein paar Tagen in einer Broschüre gelesen, dass die Volkshochschule spezielle Tanzkurse für Senioren anbietet. Das wäre etwas für Carl und mich, dachte ich spontan und habe mich gleich bei der Geschäftsstelle erkundigt, ob es noch freie Plätze gibt. Normalerweise sind diese Tanzkurse sehr begehrt und umgehend ausgebucht, doch ich hatte Glück. Es waren noch Plätze frei und der Tanzkurs sollte zwei Wochen später beginnen. Ob Walzer, Cha-Cha-Cha, Rumba oder Tango: Im Kurs konnten die beliebtesten Tänze ausprobiert werden. Carl und ich sind früher regelmäßig tanzen gewesen, ja wir haben uns sogar bei einem Tanzturnier kennengelernt und ineinander verliebt. Nur in den letzten Jahren kamen wir eigentlich selten zu diesem schönen Hobby. Aber jetzt war die Stunde gekommen. Als Carl vom Baumarkt zurückkam, habe ich ihn regelrecht mit der Neuigkeit überfallen. Und siehe da, auch auf ihn ist er Funken übergesprungen. Er freute sich richtig auf die Veranstaltung, zumal wir auf angenehme Weise unserer Gesundheit Gutes tun würden. Um das Ganze zu bekräftigen, wirbelte er mich geschickt über das Parkett unseres Wohnzimmers. Und dann hatte uns das Tanzfieber richtig erwischt. Wir kramten im Keller nach CDs mit flotten Rhythmen und am Nachmittag luden wir uns selbst zum Tanztee ein. Als ich dann meinte, der VHS-Kurs sei doch gar nicht nötig gewesen, winkte Carl ab. Im Gegenteil, in Gesellschaft einer netten Runde würde uns das Tanzen noch mal so viel Spaß machen. Und außerdem könnten wir noch Einiges auffrischen oder dazulernen.

Zwei Wochen später fanden wir uns abends in einem großen Saal der Volkshochschule wieder. Außer uns kamen noch fünf weitere Paare alle etwa in unserm Alter, die uns sehr sympathisch waren. Die beiden Kursleiter, ein jüngeres Paar, hatten uns schon mit Rumbarhythmen empfangen und tanzten elegant in dem lasziven, wiegenden Schritt übers Parkett, sodass wir ihnen begeisterten Beifall spendeten. Die zwei Stunden vergingen in dieser überaus angenehmer Gesellschaft wie im Flug. Wieder zu Hause waren wir uns beide einig, was den schönen Abend anging: Besser hätte es nicht kommen können.

O du fröhliche

Dieses Jahr wurde das Weihnachtsfest etwas ganz besonderes. Denn auch uns war ein Kindlein, geboren: Die nunmehr 3 Wochen alte Marie, mein kleiner Sonnenschein. Dem kleinen Mädchen und seinen Eltern ging es gut und Carl und ich konnten auch nicht klagen. Für uns alle war die Adventszeit dieses Jahr besonders besinnlich und oft saßen wir im Kerzenschein, bei Tee und Plätzchen beisammen und genossen diese schönen Sonntage.
Dennoch näherte sich der 24. Dezember langsam aber sicher und es gab noch so viel zu tun. Wir wollten dieses Jahr einen besonders schönen Heiligabend feiern und hatten nicht nur Julia mit ihrer kleinen Familie, sondern auch David und Nele, Carls Mutter und Bens Eltern eingeladen. Ein Tag vor Heiligabend fuhren Carl und Ben in den Wald und schlugen eine Tanne. Ich hatte indessen zu Hause alle Hände voll zu tun, denn es sollte ein leckeres Buffet geben, an dem sich alle zwanglos bedienen durften. Am Vormittag des 24. Dezembers trudelten David und Nele ein, nachdem sie zuvor bei Julia vorbeigeschaut hatten. Nele war von Mariechen noch ganz hingerissen, na, das ließ mich ja hoffen.

Wenn man viel zu tun hat und viele Leute um einen herumschwirren, ist es immer gut kleine Arbeiten weiter zu delegieren. Nele und David durften den Weihnachtsbaum schmücken, Carl hingegen seine Mutter abholen. Bens Eltern schauten zunächst bei ihrem Sohn und Julia vorbei, um dann den Kaffee bei uns einzunehmen. Die Zeit verging wie im Flug, und nachmittags um drei saßen wir alle an einer festlich gedeckten Kaffetafel und ließen es uns gut gehen. Der Weihnachtsbaum, herrlich von Nele und David geschmückt, befand sich im Wintergarten und sollte erst nach dem Gottesdienstbesuch im Lichterglanz erstrahlen. Julia hatte sich doch tatsächlich in den Kopf gesetzt, Mariechen mit in die Kirche zu nehmen. Sie meinte, das Baby würde sicher nicht stören, sondern die Kirchgänger durch seinen Anblick erfreuen.
Als wir später in dem festlich geschmückten Gotteshaus saßen, stellten wir fest, dass sich noch mehr Kleinkinder unter der Gemeinde befanden. So schaute der junge Pfarrer, immer recht wohlwollend, wenn ab und zu ein Krähen durch die ehrwürdige Kirche hallte. Julia und Ben hatten mit Marie einen Außenplatz eingenommen, um mit der Kleinen rechtzeitig das Kirchenschiff zu verlassen. Aber sie hielt sich tapfer, die kleine Maus und bei “O du fröhliche” schlummerte sie sanft ein.

Als wir später alle zu Hause waren und die Kerzen des Weihnachtsbaumes anzündeten, hielten wir uns an den Händen und sangen noch mal das beliebte Weihnachtslied. Diesmal schaute uns Marie aus großen Augen an. Ein schöner Heiligabend mit kleinen, aber feinen Geschenken, einem köstlichen Buffet und netten Gesprächen läutete Weihnachten ein.

Das verlorene Rentier

Weihnachten nahte mit schnellen Schritten. Der Weihnachtsmann und seine Elfen hatten alle Hände voll zu tun in der Himmelswerkstatt. Es schneite heftig. Im Stall, nicht weit entfernt vom Haus des Nikolaus, bereiteten sich die Rentiere auf ihre große Reise vor. Wie in jedem Jahr war diese ein schönes Abenteuer für sie, auch wenn alles ein wenig anstrengend war.
In den Wochen vor Weihnachten probierten die acht Rentiere häufig ihre Halfter an. Alles musste perfekt passen, der Schlitten fest mit ihnen verbunden sein. Nichts durfte schief gehen, kein Kind vergessen werden. Die Rentiere fraßen jetzt mehr als sonst, denn die bevorstehende Bescherung würde sie eine Menge Kraft kosten. Jeden Abend, kurz bevor sie schlafen gingen, kam der Weihnachtsmann zu ihnen in den Stall, um nach dem Rechten zu sehen. Er rief sie alle bei ihrem Namen, fragte ein jedes, wie es ihm geht und wie sein Tag war. Heute aber war alles anders als sonst. Ein Rentier fehlte. Das Rentier mit dem schönen Namen Joel war verschwunden und bis eben hatte dies niemand bemerkt. Warum bloß war keinem aufgefallen, dass Joel nicht an seinem Platze war? Der Weihnachtsmann war entsetzt, seine anderen sieben Rentiere sahen ein wenig verschämt aus. Eigentlich hätten sie doch merken müssen, dass Joel weg war.

Der Weihnachtsmann zitterte vor Aufregung. Er war außer sich vor Angst und Sorge. Sofort rannte er in Richtung Himmelswerkstatt und läutete ganz heftig die Glocke, die außen an der Tür für Notfälle angebracht worden war. Ihr heller Klang war weit am Sternenhimmel zu hören. Nach einer kurzen Beratung beschlossen der Nikolaus und seine Elfen, sich umgehend auf die Suche nach Joel zu machen. Das Verschwinden von Joel beunruhigte alle, so dass sie ihre Arbeit niederlegten und dem Nikolaus zur Hilfe eilten. Auch die anderen sieben Rentiere entschieden, ebenfalls nach Joel Ausschau zu halten. Sie hatten ein schlechtes Gewissen, fühlten sich ein wenig mit verantwortlich, weil sie nicht auf ihn aufgepasst hatten. Gesagt, getan. Ein großer Suchtrupp setzte sich in Bewegung und wollte erst dann zurückkehren, wenn das verlorene Rentier gefunden worden war.

Joel indes ahnte nicht, welche Aufregung er allen verursacht hatte. Er hatte sich keine Gedanken gemacht, als er los zog, um einen ganz besonderen Stern zu finden. Keinen gewöhnlichen Stern, nein, sondern den Stern, der in der Weihnachtsgeschichte eine ganz besondere Rolle spielt. Letzte Nacht hatte Joel von ihm geträumt. Und er hatte ihn total verzaubert. Dieser Stern war das Schönste, was Joel bisher gesehen hatte. In seinem Traum strahlte dieser Stern besonders hell. Er musste etwas ganz Besonders sein. Und Joel war so fasziniert von ihm, dass er diesen Stern unbedingt finden musste. Und das zu einer Zeit, die er eigentlich nutzen sollte, sich auszuruhen, damit er für seine große Weihnachtsreise gestärkt war. Doch all das war Joel jetzt nicht mehr wichtig.

Plötzlich aber, von weiter Ferne, hörte er den hellen Klang der Himmelsglocke. Er hörte, wie immer wieder sein Name gerufen wurde. Doch Joel wurde von einer wunderbaren Macht getrieben. Er wusste, dass er seinem Ziel ganz nahe war. Also ließ er sich nicht davon abbringen, diesen außergewöhnlichen Stern zu finden. Und dann war auf einmal alles so einfach. Joel legte noch einige Meter zurück und dann entdeckte er ihn – seinen wunderschönen Stern. Dessen herrliche Leuchtkraft und seine ganz besondere Ausstrahlung ließen bei Joel keine Zweifel mehr. Er hatte ihn gefunden, den Stern von Bethlehem.

Voller Glück antwortete er jetzt auf die Rufe der anderen und so fanden sie endlich das verlorene Rentierwieder. Auf schnellstem Wege rauschten sie nach Hause, in die Himmelswerkstatt und den Stall, wo sich Joel endlich rundum selig in den Schlaf betten konnte.

Einige Gedanken zum neuen Jahr

Jetzt wo unser Familienleben durch die kleine Marie doch um Einiges bereichert wird, fühle ich mich so unbeschwert, wie niemals zuvor. Mein Gott ist das Leben schön und es wird noch schöner durch ein kleines Kind. Dass mir meine kleine Enkelin so einen Energieschub geben würde, wer hätte das gedacht.

Immer wieder gehen mir viele Gedanken durch den Kopf, und wenn ich meinem Mann Carl davon erzähle, hört er jedes Mal ganz aufmerksam zu. So teilt auch er mit mir die Ansicht, dass die Ankunft eines kleinen Menschen, die Karten noch mal neu mischen kann. Bald nähert sich das Weihnachtsfest, das wir im Familienkreis begehen werden, bald aber auch das Jahresende, gekrönt durch Silvester und das Neujahr. Carl und ich haben schon einige gute Inspirationen, was wir im nächsten Jahr alles unternehmen werden. Oberste Priorität hat natürlich die Familie, und wenn Ben und Julia es wünschen, kümmern wir uns selbstverständlich um Mariechen. Schon heute sehe ich uns beide mit dem Kinderwagen durch den verschneiten Wald ziehen, hoffentlich bleibt er nicht stecken? Da wäre wahrscheinlich eher ein Schlitten angebracht, aber dafür ist unsere Enkelin einfach noch zu klein.

Julia und Ben wohnen ja in der gleichen Stadt wie wir, David und seine Freundin hingegen, müssen längere Strecken in Kauf nehmen, um uns zu besuchen. Aber dafür bleiben sie auch immer ein paar Tage, denn in unserem großen Haus ist Platz für alle. Ob mein Sohn sich auch irgendwann einmal entscheiden wird, eine Familie zu gründen? Carl meint immer, ich solle die Kinder bloß nicht immer so drängen. Alles würde sich schon selbst Guten wenden. Ach Carl, du bist stets so optimistisch, das habe ich schon immer an dir geschätzt.

Um nicht einzurosten, werden wir den Tanzkurs weiter besuchen, unseren schönen Garten gestalten und uns natürlich auch immer wieder mit Freunden treffen. Auch habe ich mir überlegt, ob ich nicht in Julias Schule eine Lesepatenschaft übernehmen sollte. Ich mag Kinder, liebe Bücher und vorgelesen habe ich schon immer gerne. Da wir beide gesundheitlich noch auf der Höhe sind, möchten wir natürlich auch verreisen. Dabei sind wir noch ein wenig unentschieden: März in Südamerika oder Sommer in der Bretagne. Ein Ferienhaus am Atlantik wäre eigentlich mein Traum, da könnten uns auch Julia, Ben und die Kleine besuchen. Luft, Meer und Sonne würden ihr sicher beim Gedeihen guttun. Im Herbst sollen dann Maries Taufe und die Hochzeit von Julia und Ben sein, romantisch und im kleinen Kreis. Carl meint immer, wir hätten uns ziemlich viel für das neue Jahr vorgenommen, aber vieles davon sind nur Ideen, die sich vielleicht noch ganz anders entwickeln werden als gehofft.

Magische Adventszeit

Als Kind erlebt man die Adventszeit meist als eine ganz besondere Zeit. Das Warten auf Weihnachten wird versüßt und begleitet von allerlei Lichtern, bekannten Liedern und Gerüchen. Doch spätestens, wenn man selber zu den Eltern oder sogar schon zu den Großeltern gehört, muss man erkennen, dass diese Magie nicht von ganz alleine entsteht, sondern dass liebevolle Eltern einiges tun müssen, um die Weihnachtszeit zu etwas ganz Besonderem zu machen.
Auch als Großmutter versuche ich nun, meinen Enkeln das Wunderbare an dieser Zeit zu vermitteln. Am Wichtigsten ist sicherlich, dass man sich Zeit füreinander nimmt, um Geschichten zu lesen, Weihnachtliches zu basteln und natürlich Kekse zu backen. Denn ohne diese Tradition kann selbst heute für mich kein Weihnachten werden. Schon das ganze Jahr über lachen mich die Ausstechförmchen an und warten nur darauf, endlich in Aktion zu treten. Spätestens am ersten Advent überlege ich mir, welche Kekse ich in diesem Jahr backen möchte. Sind meine Enkel dabei, gibt es natürlich auch die ganz klassischen Weihnachtsplätzchen aus Mürbeteig. Die haben nämlich einige Vorteile. Zum einen ist der Teig schnell und einfach herzustellen und zum anderen haben auch schon sehr kleine Kinder viel Freude am Ausstechen der Kekse. Darüber hinaus benötigen sie nur eine kurze Backzeit, sodass das Ergebnis schnell bestaunt werden kann. Nach dem Backen können sie dann auch noch gut verziert werden, um als Weihnachtsgeschenke tauglich zu sein.

Doch man sollte sich das Backen als Oma nicht immer so vorstellen, wie man es gerne hätte. Immerhin haben Kinder ihren eigenen Kopf. Ich habe wirklich viele verschiedene Formen, aber es kann trotzdem sein, dass das Kind immer nur dieselbe benutzen will. Das mag für uns langweilig sein, aber Kinder werden sich schon etwas bei ihren Entscheidungen denken. Selbst, wenn die Form eher einem Osterhasen oder einem Buchstaben entspricht. Man muss die Entscheidung zur Bescherung nur richtig verpacken: “In diesem Jahr haben unsere Weihnachtsplätzchen alle die Form eines Osterhasen, denn der möchte nicht bis Ostern warten, bis wir uns wieder an ihn erinnern!” Letztlich ist die Form auch gar nicht so wichtig, schmecken sollen die Kekse schließlich. Und das werden sie in jeder Form. Beim Ausstechen selber kann natürlich auch einiges schief laufen – in unseren Erwachsenenaugen jedenfalls. Denn warum soll man den Tisch mit Mehl bestäuben, wenn dieses auch auf dem Fußboden ganz wunderbar aussieht? Dann hat es in der Küche eben geschneit, was solls? Wichtig ist doch nur, dass die Kinder ihren Spaß haben und als Ergebnis ihrer Mühen selbst gebackene Kekse in den Händen halten. Eine verwüstete Küche ist nichts gegen strahlende Kinderaugen, die Oma fragen, ob sie nächstes Jahr wieder zusammen backen können.

Kleiner Sonnenschein, du hast mein Herz berührt

Unsere Tochter Julia war schwanger und mein Mann und ich freuten uns schon unbändig auf unser erstes Enkelkind. Julia, Lehrerin aus Leidenschaft, bemerkte ihre erste Schwangerschaft relativ spät, aber auch sie und ihr Freund Ben waren voller Vorfreude auf den kleinen Erdenbürger. Nur keine Hektik so lautete das Motto des jungen Paares, und da sie sich von ganzen Herzen liebten, stand einer romantischen Hochzeit und Taufe nichts im Weg. Schon während Julias Schwangerschaft fasste ich den Entschluss, der jungen Mami zu helfen, sobald das Kleine, das Licht der Welt erblickt hatte. Dem Berufsleben hatte ich schon vor einem Jahr Adieu gesagt und nun fühlte ich mich gestärkt, mein Enkelkind zu betreuen. Denn Julia wollte nach der Elternzeit wieder zurück an die Schule, am liebsten in ihre alte Klasse.
Die Monate vergingen wie im Flug, unsere schöne Julia wurde immer runder und bald kam der Tag der Entbindung. Obwohl die Schwangerschaft unproblematisch verlaufen war, entschied sich unsere Tochter für die städtische Klinik, die ihr allen Komfort bieten konnte. Hier erblickte unser Sonnenschein Marie an einem Sonntagmorgen das Licht der Welt. Ben brachte uns überglücklich die Nachricht, dass seine beiden Mädels wohlauf seien. Ich war so aufgeregt, aber auch so stolz endlich Großmutter einer liebreizenden Enkelin zu sein, dass mich niemand davon abhalten konnte, sofort ins Krankenhaus zu fahren. Als ich das Zimmer betrat, sah ich ein Bild vor mir, dass ich immer in meinem Herzen bewahren werde. Meine schöne Julia stillte bereits ihre Kleine, die entspannt an ihrem Busen ruhte und selig zu nuckeln begann. Das kleine zarte Wesen mit den wenigen, zerzausten Härchen, den roten Wangen und dem entzückenden Kussmündchen hatte mein Herz berührt: Das war Liebe auf den ersten Blick. Am liebsten hätte ich mich in das Familienzimmer eingemietet, so begeistert war ich jetzt schon von meiner kleinen Enkelin. Aber das stand nun eher dem jungen Vater zu, der die nächste Zeit mit seinem Glück verbringen sollte.

Als die kleine Familie nach Hause kam, wurde sie so richtig von mir verwöhnt. Mir war es wichtig, dass Julia sich ausgiebig um Marie kümmern konnte, und nahm ihr deshalb lästige Haushaltspflichten ab. Wir hatten Glück: Die Kleine entwickelte sich prächtig und erwies sich bald als besonders pflegeleichtes Baby, dass auch seinen Eltern einige Freiräume ließ. Oft fuhr ich Marie, gut eingepackt, durch die stille Winterlandschaft und sang ihr leise Lieder vor, dabei bemerkte ich schon sehr bald, dass uns beide eine besondere Liebe verband.

 

Meine erster Artikel

Hallo ihr Lieben,

das hier ist also der erste Artikel in meinem ersten Blog! Aufregend. Ich bin ja jetzt nicht ganz unerfahren im Internet, aber sich eine Domain zu sichern (gleich zwei, war im Paket so drin) und hier WordPress einzurichten, war dann doch nicht so einfach. Gut, dass ich Unterstützung aus der Familie hatte!

Was will ich hier also so schreiben?

Na, alles, was mir so einfällt! Vor allem natürlich schöne Gute-Nacht-Geschichten. Das ist mein großes Hobby, ich denke mir sehr gerne Geschichten aus und habe die immer meinen Kindern erzählt.

Jetzt bin ich vor kurzem Oma geworden. Also schreibe ich auch über das Großmutter werden – ein richtiges Abenteuer, was ich grade durchlebe. Aber natürlich auch allerlei aus dem Alltag, meine Lieblingsrezepte oder Tipps, die den ein oder anderen interessieren mögen.

Ich freue mich über treue Leser, bis bald!